Thema

Sich selbst wählen

Nelli Aman-Minnich · Stand September 2026

Ganz viele Frauen, die zu mir finden, haben eines gemeinsam: Sie wählen sich selbst viel zu selten. Aber warum eigentlich?

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Nelli Aman-Minnich, Augen geschlossen

Woher das kommt

Wir haben gelernt, für andere da zu sein

Warum fällt es uns Frauen so leicht, für andere da zu sein, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, Rücksicht zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen, und gleichzeitig unsere eigenen Bedürfnisse so oft hintenanzustellen?

Viele Frauen haben schon früh gelernt, dass es wichtig ist, lieb, verständnisvoll, zuverlässig und angepasst zu sein. Sie lernen, Harmonie zu bewahren, Erwartungen zu erfüllen und möglichst niemanden zu enttäuschen.

Sie funktionieren und kümmern sich um ihre Familie, ihre Kinder, ihren Partner, ihre Arbeit und ihr Umfeld. Sie spüren oft sofort, wenn es jemand anderem nicht gut geht.

Nur bei sich selbst sind sie zurückhaltend.

Der Preis

Aus später wird irgendwann

Die eigenen Bedürfnisse werden verschoben. „Später.“ „Wenn die Kinder größer sind.“ „Wenn es auf der Arbeit ruhiger wird.“ „Wenn alle anderen zufrieden sind.“ Und irgendwann wird aus einem Später ein jahrelanges Irgendwann.

Bei Selbstständigen kommt etwas dazu: Jedes Nein zu einem Kunden fühlt sich an wie ein Nein zum eigenen Einkommen. Also gibt es keine Grenze, nur immer mehr Arbeit. Wie das mit Familie zusammenhängt, steht auf der Seite Selbstständig mit Familie.

Sich selbst zu übergehen, hat einen Preis. Wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse immer wieder ignorieren, verlieren wir mit der Zeit den Zugang zu uns selbst.

  • Was möchte ich eigentlich?
  • Was tut mir gut?
  • Was brauche ich gerade?
  • Wo sind meine Grenzen?
  • Und vor allem: Was würde ich wählen, wenn ich nicht ständig darüber nachdenken würde, was andere von mir erwarten?

Sich selbst nicht zu wählen bedeutet nicht automatisch, dass man unglücklich ist. Oft funktioniert das Leben nach außen sogar ganz gut. Aber innerlich kann sich irgendwann dieses Gefühl einschleichen, dass etwas fehlt. Dass man zwar alles im Griff hat, aber selbst dabei irgendwo verloren gegangen ist.

Ein Missverständnis

Sich selbst zu wählen ist nicht egoistisch

Ich habe den Eindruck, dass genau hier ein großes Missverständnis liegt. Sich selbst zu wählen bedeutet nicht, andere Menschen weniger zu lieben. Es bedeutet auch nicht, rücksichtslos zu werden oder nur noch das zu tun, worauf man gerade Lust hat.

Es bedeutet, sich selbst genauso wichtig zu nehmen wie die Menschen, für die man jeden Tag da ist. Die eigenen Grenzen wahrzunehmen. Nein zu sagen, ohne sich dafür schuldig zu fühlen. Nicht jede Erwartung erfüllen zu müssen. Nicht ständig die Anerkennung anderer zu brauchen. Und sich selbst die Frage zu stellen: Was brauche ich?

Nicht erst dann, wenn gar nichts mehr geht. Nicht erst, wenn der Körper nach einer Pause schreit. Nicht erst, wenn die Erschöpfung so groß ist, dass man keine andere Wahl mehr hat.

Du musst nicht erst erschöpft sein, um dich wichtig nehmen zu dürfen.

Selbstfürsorge beginnt deshalb auch gar nicht mit einem Wellness-Tag oder dem Gang zum Friseur. Sie beginnt mit einer Entscheidung: dich selbst wieder mit in dein eigenes Leben einzubeziehen und dich selbst zu spüren.

Was Coaching kann

Ein Nein, das sich nach dir anfühlt

Wir schauen uns an, wo dein Ja herkommt und was du befürchtest, wenn du Nein sagst. Meist ist die Angst größer als die Folge. Dann üben wir nicht Sätze, sondern die Haltung dahinter: Du darfst Grenzen haben, ohne sie zu begründen.

Für ein konkretes Gespräch, das ansteht, reicht oft eine Power Session. Wenn das Muster dein ganzes Leben durchzieht, arbeiten wir im Premium-Programm länger daran.

Ehrlich gesagt

Was ich dir nicht verspreche

Dass alle dein Nein gut finden. Manche werden enttäuscht sein, manche gehen. Das gehört dazu, und wir sprechen darüber, bevor es passiert. Psychologisches Coaching ist keine Psychotherapie und ersetzt keine Behandlung.

Du darfst dich wählen.

Das Erstgespräch ist kostenlos, dauert 20 Minuten und findet am Telefon statt. Du kannst jederzeit Nein sagen. Auch zu mir.

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